ERBA-Gelände und Zentralgelände

Gelände 2006 der Landesgartenschau Bamberg
Gelände 2006 der Landesgartenschau Bamberg

Das ERBA-Gelände liegt im nordwestlichen Teil der Stadt. Es gehört zum Stadtteil Gaustadt, das Innenstadtzentrum ist etwa zwei km entfernt. Der große Fabrikkomplex der ehemaligen Baumwollspinnerei entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ziemlich bald wurde die Fabrik mit Werkswohnungen ergänzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände erweitert und ausgebaut. 1927 fusionierten die Gaustadter und Erlanger Baumwollspinnereien (Baumwollspinnerei Erlangen-Bamberg ERBA). Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz aus Fernost musste das Werk 1992 schließen. Das Gelände ist seitdem nahezu ungenutzt.

Das Gelände wird geprägt von dem sechsgeschossigen Ziegelbau und dem Wasserturm. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz und sollen erhalten werden. Auch drei Wohnhäuser sowie das Kraftwerk- und das Batteurgebäude und das Baumwolllager werden als erhaltenswürdig eingestuft. Das Gelände ist nur von Westen über eine Straßenbrücke und eine Fußgängerbrücke erschlossen. Nördlich des Fabrikkomplexes befindet sich eine Kleingartenanlage von Werksangehörigen und das Gelände der DLRG sowie des Motorbootclubs. Im Süden schließen eine Kleingartenanlage, ein neu entwickeltes Wohngebiet und das Gelände des Bamberger Faltbootclubs und der Wasserwacht an. Die Fabrikanlage wird von drei Biotopen umgeben (Brachfläche, parkartiger Grünbestand, Silbergrasflur). Es sind einige Altlasten-Verdachtsflächen vorhanden. Die gesamte Fläche ist hochwasserfrei.

Die bebauten Bereiche werden im Flächennutzungsplan als Gewerbe- und Industriefläche dargestellt. Ein Bebauungsplan für die Kernbereiche des ERBA-Geländes existiert nicht. Die Größe der Gesamtfläche beträgt ca. 20 ha.

Zentralgelände ERBA-Grundstück

Eines der wesentlichen Ziele der Landesgartenschau in Bamberg ist es, neue zusammenhängende Grünzonen zu schaffen, und zwar vor allem in Bereichen, die mit Grün unterversorgt sind. An erster Stelle stehen hier die dicht bebauten Teile der Altstadt, die, um auf Dauer auch als Wohnstandort attraktiv zu bleiben, mit entsprechenden Parkanlagen und Freiflächenangeboten ausgestattet sein müssen.

Abgeleitet aus der vorhandenen Situation der zwei Regnitzarme mit der Insel und den tragenden Säulen des Stadtorganismus - Bischofsstadt - Bürgerstadt - Gärtnerstadt wird eine vierte Säule - die Naturstadt - hinzugefügt, die den südlichen Park (Luisenhain und Theresienhain) mit dem im Norden gelegenen ERBA-Gelände entlang der beiden Flussarme verbindet, zugleich aber durch den Namen symbolisiert, dass neben den baulichen 'Städten' jetzt eine vierte Stadt notwendig wird, die die Belange der Erholungsvorsorge, des Naturhaushaltes, des Arten- und Biotopschutzes und des Landschafts- und Stadtbildes repräsentiert.

Das Gelände der ERBA-Fabrik ist dabei nicht nur durch die Lagegunst ein wesentlicher Teil der 'Naturstadt', sondern auch in idealer Weise für die Durchführung einer Landesgartenschau geeignet.

Durch die vorhandenen Nutzungen, die entstandenen Vegetationsstrukturen und Uferzonen und die verbleibenden Gebäude entstehen spannungsvolle Raumabfolgen, die vielfältige temporäre und langfristige Nutzungen zulassen. Ein abwechslungsreicher Rundweg wird angeboten. Vor allem im Bereich der ehemaligen Fabrikhallen können die offenen Bereiche während der Landesgartenschau großzügig für gärtnerische Themen (Wechselpflanzung, etc.) genutzt werden. Vor den Gebäuden werden die historischen Gärten restauriert, die mit den benachbarten wertvollen ökologischen Flächen in einen spannenden Dialog treten. Die vorhandenen Biotopflächen werden größtenteils erhalten bzw. weiterentwickelt und in ein Gesamt-Naturschutz-Konzept eingebunden. Die bestehenden Kleingartenanlagen im Westen und Südosten können weitgehend in die Konzeption einbezogen werden. Die Nordwestspitze der Insel, die durch den Zusammenfluss von Regnitz und Main-Donau-Kanal eine gewisse Dramatik besitzt, sollte frei zugänglich gemacht werden. Hier könnten Veranstaltungen im Freien stattfinden, aber auch moderne Kunst einen Platz finden.

Gelände 2003 der Landesgartenschau Bamberg 2012

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